{"id":137,"date":"2021-09-29T10:12:38","date_gmt":"2021-09-29T08:12:38","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/?page_id=137"},"modified":"2021-10-04T18:28:34","modified_gmt":"2021-10-04T16:28:34","slug":"1619-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/?page_id=137","title":{"rendered":"1619"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">1619\/20: Michael Praetorius<\/h2>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">Wie schon angedeutet, unterscheidet Michael Praetorius im zweiten Band seines 1619\/20 erschienenen Werkes <em>Syntagma musicum, De organographia<\/em>&nbsp; als erster zwischen den Querfl\u00f6ten, die beim Musizieren, und jenen, die zur Trommel geblasen werden. Er gibt weitgehend massstabgetreue Abbildungen, sowohl von der Querfl\u00f6tenfamilie und von <em>Schweitzerpfeiffen <\/em>als auch von der Trommel; das Verwirrende ist dabei, dass er auf Tafel IX neben der Querfl\u00f6tenfamilie eine einzelne Schweizerpfeife abbildet, die ihrer Gr\u00f6sse nach (ca. 56 cm) in g1 stehen mag, dass er jedoch auf Tafel XXIII, bei den Trommeln, zwei verschieden lange <em>Schweitzer Pfeifflin <\/em>zeigt, die ca. 35 cm und 27 cm lang sind und damit etwa in a1 und in d2 stehen. Der Tonlage a1 entspricht das Diskantinstrument der Fl\u00f6tenfamilie; mit dem kleinen Instrument in d2, das eine Oktave \u00fcber dem Hauptinstrument (Alt-Tenor) der Familie liegt, ist zum ersten Mal eine hohe Pfeife wenigstens bildlich belegt, denn in seinem Text und in der Tabelle finden wir keine weiteren Hinweise, es sei denn, wir betrachten die zweite M\u00f6glichkeit, die er f\u00fcr die Schweizerpfeife gibt, oktavieren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p><strong>Querfl\u00f6ten<\/strong><br>Bass: g-[g2]<br>Tenor\/Alt: d1-d3-evtl. a3<br>Diskant: a1-a3<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:50%\">\n<p><strong>Schweizerpfeifen<\/strong><br>(1) g1-c3<br>(2) [d2-a3] (nicht wie angegeben d1-a2)<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">Die Unterschiede zwischen den Querfl\u00f6ten und den Schweizerpfeifen sind vor allem bei den Griffen zu suchen: <em>Hieher geh\u00f6ret auch dIe Schweitzerpfeiff \/ sonsten Feldtpfeiff genand \/ dieselbige hat ihre absonderlichen Griffe \/ welche mit der Querfl\u00f6tten gantz nicht uberein kommet: Unnd allein bey der Soldaten Trummeln gebraucht wlrd.<\/em> Hinsichtlich der Trommel bezieht er sich auf Virdung und widmet ihr keinen eigenen Text. Doch auf Tafel XXIII ist eine Trommel je von oben und von unten zu sehen, wobei die Schnarrsaite und deren Befestigung (links) sowie die Schall\u00f6cher (rechts) deutlich sichtbar sind. Die Schall\u00f6cher dienen zum Luftausgleich und sind aus der Zarge ausgeschnitten. Hier sehen wir ein zentrales Loch, um das sich acht kleinere kreisf\u00f6rmig gruppieren. Die Trommeln aus dem 16., dem 17. und zum Teil auch aus dem fr\u00fchen 18.Jahrhundert in der Basler Sammlung weisen meist sieben Schalll\u00f6cher auf die entweder seitlich \u2013 wie hier \u2013 oder oberhalb der Saitenschraube (so bei den j\u00fcngeren Trommeln) angebracht sind. Bei einigen Instrumenten kann man beobachten, dass die \u00e4usseren L\u00f6cher verzapft worden sind, so dass nur noch das zentrale Loch offen bleibt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\">\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"318\" height=\"228\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/130.gif\" alt=\"\" class=\"wp-image-226\"\/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:66.66%\">\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p style=\"font-size:16px\">Das Seil wird in neun Bahnen um die Reife herumgef\u00fchrt und nicht angeh\u00e4ngt oder durchgezogen. Aufgrund des Abbildungs-Massstabes ist eine Gr\u00f6sse von gut 60 cm Durchmesser und Zargenh\u00f6he anzunehmen.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\"><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left has-accent-1-color has-text-color has-background\" style=\"background-color:#eeeeee\"><a href=\"?page_id=115\">12. Jahrhundert: Herkunft aus dem Osten<\/a> \u2013 <a href=\"?page_id=121\">1511: Sebastian Virdung<\/a> \u2013 <a href=\"?page_id=124\">1528 und 1545: Martin Agricola <\/a>\u2013 <a href=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/?page_id=127\" data-type=\"page\">1555: Clement Janequin <\/a>\u2013 <a href=\"?page_id=132\">1588: Thoinot Arbeau <\/a>\u2013 <a href=\"?page_id=134\">16. Jahrhundert: Milit\u00e4rfl\u00f6te <\/a>\u2013 <a href=\"?page_id=137\">1619\/20: Michael Praetorius <\/a>\u2013 <a href=\"?page_id=139\">1636: Marin Mersenne <\/a>\u2013 <a href=\"?page_id=141\">18. Jahrhundert: \u00c4nderung der Quellenlage <\/a>\u2013 <a href=\"?page_id=144\">18. Jh.: Piccolo im deutschen Raum <\/a>\u2013 <a href=\"?page_id=146\">Ende 19. Jh.: Piccolo an der Fasnacht <\/a>\u2013 <a href=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/?page_id=148\" data-type=\"page\">Exkurs: Trommeln im Historischen Museum in Basel<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1619\/20: Michael Praetorius Wie schon angedeutet, unterscheidet Michael Praetorius im zweiten Band seines 1619\/20 erschienenen Werkes Syntagma musicum, De organographia&nbsp; als erster zwischen den Querfl\u00f6ten, die beim Musizieren, und jenen, die zur Trommel geblasen werden. 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