{"id":72,"date":"2021-09-05T10:25:07","date_gmt":"2021-09-05T08:25:07","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/?page_id=72"},"modified":"2021-10-06T11:41:04","modified_gmt":"2021-10-06T09:41:04","slug":"instrumaent","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/?page_id=72","title":{"rendered":"Instrumaent"},"content":{"rendered":"\n<h1 class=\"wp-block-heading\">Das Piccolo <\/h1>\n\n\n\n<p>Von Veronika Gutmann<\/p>\n\n\n\n<p><em>F\u00fcr die Erlaubnis, Text und Bilder aus dem Buch \u201eTrommeln und Pfeifen in Basel\u201c von Georg Duthaler, (Christoph Merian Verlag Basel 1985) auf diese Internet-Seite zu \u00fcbernehmen, danke ich Frau Veronika Gutmann herzlich.<\/em><\/p>\n\n\n\n<div style=\"height:33px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p><strong>Fr\u00fcheste Erw\u00e4hnungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-2-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p> Das Piccolo oder &#8211; wie die genaue Bezeichnung lauten w\u00fcrde &#8211; die  Piccolo-Querfl\u00f6te ist zun\u00e4chst eine um eine Oktave h\u00f6her klingende,  einklappige, konisch gebohrte und zwei- bis dreiteilige Querfl\u00f6te mit  einem Umfang von etwa zwei Oktaven (d2-d4). Die fl\u00fbte \u00e0 l&#8217;octave wird  erstmals 1735 (!) in Frankreich erw\u00e4hnt, in Deutschland erst 1791.<\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>\nDie fr\u00fchesten Orchesterbesetzungen, die Piccolo vorschreiben, finden \nsich in Frankreich entsprechend fr\u00fcher (etwa von der Mitte des \n18.Jahrhunderts an) als in Deutschland (Ende 18., Anfang 19. \nJahrhundert). Im Zusammenhang mit der Trommel datiert der fr\u00fcheste Beleg\n aus der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts und stammt aus Frankreich.\n\n<\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"699\" height=\"102\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/piccoloalt.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-584\"\/><figcaption> Querpfeife in d1, Schweiz (sp\u00e4tes 16. Jahrhundert). L\u00e4nge 64,3 cm;  Distanz Anblaseloch-R\u00f6hrenende: 55cm; Buchsbaum, die beiden Enden der  R\u00f6hre mit H\u00fclsen aus Eisen. <em> <\/em><br><em>Historisches Museum Basel, Musik Museum <\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns has-2-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p> W\u00e4hrend die Orchesterinstrumente im 19. Jahrhundert einen dem  Querfl\u00f6tenbau entsprechenden Wandel durchgemacht haben, der eng mit dem  Namen von Theobald B\u00f6hm verbunden ist (daher die Bezeichnung  \u00abB\u00f6hmfl\u00f6te\u00bb), haben sich in der Milit\u00e4r- und Volksmusik die \u00e4lteren, einfacheren Typen erhalten (Brigitte Bachmann-Geiser, Die Volksmusikinstrumente der Schweiz. Z\u00fcrich-Freiburg  i.Br. 1981.  <\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\">\n<p>Auf den Seiten 74-77 werden die Verwendungsbereiche der kleinen Querpfeifen in  den schweizerischen Volksbr\u00e4uchen dargestellt). Diese einfacheren Typen sind meist zweiteilig gebaut und weisen h\u00f6chstens eine  Klappe auf; erst sp\u00e4t im 19.Jahrhundert werden auch hier mehr  Klappen f\u00fcr eine bessere Intonation und eine gr\u00f6ssere Flexibili\u00e4t auf  dem Instrument eingebaut. <\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pfyffersyte-neu.ch\/piccolosyte\/piccoloeinklappen-5d96f9a0.jpg\" alt=\"\" width=\"400\" height=\"39\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.34%\">\n<p><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:75%\">\n<p class=\"has-text-align-center\"><em>Piccolo in d2 von &#8222;Felchlin \u00e0 Berne&#8220; (Charles Felchlin, 1. H\u00e4lfte 19. Jahrhundert) mit einer Klappe; L\u00e4nge 32,8 cm; Distanz Anblasloch-R\u00f6hrenende: 27,1 cm; Buchsbaum.<br>Historisches Museum Basel, Musik Museum.<\/em><\/p>\n<\/div>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:33.33%\"><\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\"><strong>Bau und Materialien<\/strong><br> Das Basler Piccolo weist eine zweiteilige R\u00f6hre auf: deren schwingende Lufts\u00e4ule (Distanz vom Anblaseloch bis zum unteren R\u00f6hrenende) ca. 27 cm betr\u00e4gt. Der Tonumfang umfasst zwei Oktaven und eine Quint (d2-a4), wobei je nach Zuweisung eines Instruments zum Spiel der Ober- oder Unterstimme gewisse Unterschiede in der Bohrung bestehen: Die engere Bohrung beg\u00fcnstigt die h\u00f6here, die weitere Bohrung die tiefere Lage des Instrumentes. Zus\u00e4tzlich zu den sechs Griffl\u00f6chern sind sechs, im Ruhezustand geschlossene, Klappen angebracht. Das zylindrische Kopfst\u00fcck ist meist aus Metall (z.B. verchromtes Nickel) und steckt in einer Metallh\u00fclse, die am oberen Ende der konisch gebohrten (unten engeren) R\u00f6hre befestigt ist. Durch Verschieben des Kopfteils kann die Lufts\u00e4ule verl\u00e4ngert oder verk\u00fcrzt und der Ton entsprechend erniedrigt oder erh\u00f6ht werden, was f\u00fcr das Aufeinander-Abstimmen der Instrumente wichtig ist. <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"541\" height=\"58\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/piccologretener.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-578\"\/><figcaption> Piccolo in d2 von &#8222;Gretener \u00e0 B\u00e2le&#8220; (19. Jahrhundert) mit sechs Klappen;    L\u00e4nge 32,5 cm; Distanz Anblaseloch-R\u00f6hrenende: 27,2 cm; Buchsbaum. <br><em>Historisches Museum Basel, Musik Museum  <\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">\nBei den \u00e4lteren, ganz aus Holz gefertigten Instrumenten findet sich eine\n Metallh\u00fclse zwischen den beiden Teilen, der sogenannte Stimmzug, der \ndieselben Aufgaben zu erf\u00fcllen hat. Um die notwendigen Voraussetzungen \nf\u00fcr einen guten \u00abAnsatz\u00bb bereitzustellen, wird beim Anblaseloch eine \n\u00abMundplatte\u00bb aus Kunststoff aufgeschraubt. Die R\u00f6hre besteht aus Holz, \nmeist Grenadill (exotisches Hartholz), oder sogar aus Kunststoff; auch \nEbenholz wurde fr\u00fcher verwendet.\n\n<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"530\" height=\"55\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/piccologanzholz.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-577\"\/><figcaption> Ganz-Holz-Piccolo in d2 (Mitte 20. Jahrhundert) mit sechs Klappen; L\u00e4nge  31,5 cm; Distanz Anblaseloch-R\u00f6hrenende: 27,3 cm; Ebenholz. <br><em>Historisches Museum Basel, Musik Museum.<\/em> <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\"><strong>Die Fl\u00f6tenbauer<\/strong><br>Der Fl\u00f6tenbau liegt seit je in den H\u00e4nden von Spezialhandwerkern, die ihre Signatur, wenn \u00fcberhaupt, meistens unterhalb des Anblaselochs anbringen. Lenz Meierott zitiert dazu unter anderem einen Spruch der Holtz-, Metall- und Beintrechsler aus N\u00fcrnberg aus dem Jahre 1598, der sich auf die Zwerchpfeifen (zwerch=quer) bezieht: Wir trehen Zwergpfeifen in das Feld \/ die braucht man in den Krieg, Ich meld\u2026 457: Meierott, S. 95.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\"><strong>Haltung und Tonerzeugung<\/strong><br> Die Bezeichnung Querfl\u00f6te r\u00fchrt daher, dass das Instrument beim Spielen vom Spieler quer zum K\u00f6rper gehalten wird, im Gegensatz zu den sogenannten L\u00e4ngsfl\u00f6ten (z.B. die Blockfl\u00f6te). Der Ton entsteht dadurch, dass die in der R\u00f6hre des Instruments enthaltene Luft vom Wind des menschlichen Atems in Schwingung versetzt wird, indem dieser vom Spieler \u00fcber eine scharfe Kante des seitlich in die R\u00f6hre eingeschnittenen Anblaselochs gelenkt wird. Die f\u00fcr das Melodiespiel notwendigen, unterschiedlichen Tonh\u00f6hen entstehen durch \u00d6ffnen und Schliessen der Griffl\u00f6cher, entweder direkt mit den Fingern oder mittels Klappen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Von der Zwerch- oder Schweitzerpfeiff\u2026 <\/strong><br>Im 16.Jahrhundert wird nicht von Querfl\u00f6te, sondern von Zwerchpfeiff oder Schweitzerpfeiff beziehungsweise fifre im franz\u00f6sischen Sprachraum berichtet, die zusammen mit der Trommel gespielt werden. Dabei handelt. es sich um zylindrisch gebohrte Instrumente aus einem heimischen Hartholz (zum Beispiel Buchs oder Birnbaum:), mit sechs Griffl\u00f6chern und ohne Klappen.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-large\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/piccoloebenholz.jpg\" alt=\"\"\/><figcaption> Piccolo aus Ebenholz mit Metallkopf, Kunstmundplatte und Neusilberklappen.<br> Historisches Museum Basel, Musik Museum. <\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\"><strong>\u2026zum Piccolo im Milit\u00e4r<\/strong><br> Als erster differenziert Michael Praetorius im fr\u00fchen 17. Jahrhundert zwischen Querfl\u00f6ten einerseits und Schweizer- oder Feldpfeifen anderseits, die eigene, von jenen auf der Querfl\u00f6te abweichende Griffe verlangen und die im Verband mit der Trommel ausschliesslich der Milit\u00e4rmusik dienen. Mit den grundlegenden Ver\u00e4nderungen, die der Fl\u00f6tenbau seit der zweiten H\u00e4lfte des 17.Jahrhunderts in Frankreich erf\u00e4hrt und die dem Instrument neu eine konische, von oben nach unten enger werdende Bohrung anstelle der zylindrischen, Dreiteiligkeit sowie eine Klappe f\u00fcr ein zus\u00e4tzliches Loch und &#8211; sp\u00e4ter &#8211; im 18.Jahrhundert Vierteiligkeit und weitere Klappen bringen, ist die Trennung zur Milit\u00e4rpfeife oder fifre besiegelt, die weiterhin zylindrisch, einteilig und klappenlos bleibt. In der franz\u00f6sischen Milit\u00e4rmusik wird der fifre fr\u00fchestens in der zweiten H\u00e4lfte des 18.Jahrhunderts durch das Piccolo abgel\u00f6st, w\u00e4hrend die englischen fife and drum bands ihre fifre erst um die Mitte des 19.Jahrhunderts durch konisch gebohrte Instrumente mit einer Klappe ersetzen.458: Howard M. Brown, Artikel &#8218;Fife&#8216;. In: The New Grove Dictionary of Music and Musicians 6. London 1980, S. 541.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"601\" height=\"228\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/piccolomilitare2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-580\"\/><figcaption> Zwei Milit\u00e4rpfeifen in es2 mit dazugeh\u00f6rendem Messingfutteral. L\u00e4nge  31,5 cm und 32,5; Distanz Anblaseloch-R\u00f6hrenende: je 25,0 cm. Beide  Instrumente sind gleich gestimmt, doch ist das eine weiter gebohrt und sind dessen Griffl\u00f6cher gr\u00f6sser, w\u00e4hrend das andere enger gebohrt ist und kleinereGriffl\u00f6cher aufweist; letzteres eignet sich besser f\u00fcr das Spiel der h\u00f6heren und ersteres der tieferen Lagen.<br> <em>Historisches Museum Basel, Musik Museum. <\/em><\/figcaption><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\"><strong>Das Oesch-Piccolo<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\"><a href=\"?page_id=75\">Der Basler Piccolobauer Erwin Oesch jun. berichtet \u00fcber seine Erfahrungen und die Entwicklung des Piccolos seit 1950. Er sagt auch,  was die Zahlen auf den Instrumenten bedeuten.<\/a> <\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter is-resized\"><a href=\"?page_id=75\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/pfyffersyte-neu.ch\/piccolosyte\/piccolo_real.jpg\" alt=\"\" width=\"669\" height=\"82\"\/><\/a><figcaption>  \u00abOesch-Piccolo\u00bb (ca. 1975) <\/figcaption><\/figure><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Piccolo Von Veronika Gutmann F\u00fcr die Erlaubnis, Text und Bilder aus dem Buch \u201eTrommeln und Pfeifen in Basel\u201c von Georg Duthaler, (Christoph Merian Verlag Basel 1985) auf diese Internet-Seite zu \u00fcbernehmen, danke ich Frau Veronika Gutmann herzlich. 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