{"id":75,"date":"2021-09-05T10:34:33","date_gmt":"2021-09-05T08:34:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/?page_id=75"},"modified":"2021-10-07T11:31:45","modified_gmt":"2021-10-07T09:31:45","slug":"oesch","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/?page_id=75","title":{"rendered":"Oesch"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Das Basler Piccolo<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"has-normal-font-size\"><em>Von Erwin Oesch junior<\/em><\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">Wenn mich in meiner Eigenschaft als Piccolobauer von Basel von Zeit zu Zeit junge Burschen und M\u00e4dchen fragen, wann denn eigentlich das Basler Piccolo \u201eerfunden\u201c worden sei \u2013 sie m\u00fcssten in der Schule einen Vortrag halten -, so gerate ich regelm\u00e4ssig in Verlegenheit.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">Das Basler Piccolo ist als solches nie erfunden worden, sondern war urspr\u00fcnglich nichts anderes als eine halbe \u201enormale\u201c Querfl\u00f6te \u2013 eben eine Piccolo-Querfl\u00f6te. Erste Erw\u00e4hnung fand die \u201eflute \u00e0 l\u2019octave\u201c 1735 in Frankreich, wenig sp\u00e4ter in Deutschland. Einige Jahre sp\u00e4ter tauchen Orchesterbesetzungen auf, die ein Piccolo vorschreiben. W\u00e4hrend das Piccolo im Orchester sich vor allem auf Grund der revolution\u00e4ren Neuerung Theobald B\u00f6hms an der Querfl\u00f6te weiter entwickelte, bediente man sich in der Volksmusik und beim Milit\u00e4r weiterhin des bew\u00e4hrten mit nur wenigen Klappen versehenen alten Modells. In Basel tauchen erste Zeugnisse von Pfeifern erst um 1850 auf. Bis zum 2. Weltkrieg spielten die Pfeifer in Basel nur eine untergeordnete Rolle. Was man heute geniessen kann, ist das Ergebnis einer rasanten Entwicklung seit den f\u00fcnfziger Jahren.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"740\" height=\"430\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/oeschpiccolo1.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-384\" srcset=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/oeschpiccolo1.jpg 740w, https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/oeschpiccolo1-516x300.jpg 516w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">Als Folge anspruchsvollerer Kompositionen entstand der Bedarf nach besser gestimmten und in der tiefen Lage voller klingenden Instrumente. Mit dem 1950 aus dem St. Galler Rheintal nach Basel zugewanderten Instrumentenbauers Erwin Oesch senior fand sich denn auch ein Spezialist, der die W\u00fcnsche der Basler Pfeifer erf\u00fcllen konnte. W\u00e4hrend Jahren wurde in seiner Werkstatt mit den f\u00fchrenden Pfeiferchefs und anderen Spitzenpfeifern gepr\u00f6belt und gesucht. Nachdem Erwin Oesch senior eine eigene Werkstatt gegr\u00fcndet hatte, konnte er sich dieser Aufgabe verst\u00e4rkt widmen. Es entstanden damals die heute gebr\u00e4uchlichen zwei Standardtypen, die man nun mit Fug und Recht das \u201eBasler Piccolo\u201c nennen kann: das vor allem f\u00fcr die oberen Stimmen gebrauchte \u201eBasler Dybli\u201c und das weiter gebohrte \u201eSpezial\u201c f\u00fcr die tiefen Lagen.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">Wenn bis etwa 1974 bei beiden Modellen leicht verschiedene Bohrungen gebaut wurden, so bestand meine Aufgabe \u2013 frisch von der Ausbildung als Blasinstrumentenbauer nach Hause zur\u00fcckgekehrt \u2013 nun darin, die besten Kombinationen herauszufinden, sie zu verfeinern und zu standardisieren. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Versuche, das bisher verwendete Korpusmaterial \u2013 n\u00e4mlich Grenadillholz \u2013 durch Kunststoff wenn nicht zu ersetzen, so doch zu erg\u00e4nzen. Das Material des Kopfst\u00fcckes blieb dabei Messing, zumeist verchromt.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/oeschpiccolo2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-385\" width=\"740\" height=\"445\" srcset=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/oeschpiccolo2.jpg 561w, https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/oeschpiccolo2-499x300.jpg 499w\" sizes=\"auto, (max-width: 740px) 100vw, 740px\" \/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">Wenn das heutige \u201eBasler Piccolo\u201c auf Grund seiner einfachen Bauweise nicht perfekt stimmt, so beweisen K\u00f6nner, dass man und frau auch auf einfachen Instrumenten Leistungen erbringen k\u00f6nnen, die man sich vor dreissig Jahren nicht vorstellen konnte.<\/p>\n\n\n\n<div class=\"wp-block-image is-style-default\"><figure class=\"aligncenter size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"320\" height=\"181\" src=\"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/neuoeschlogoquer.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-386\"\/><\/figure><\/div>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was die Zahlen auf dem Piccolo bedeuten<\/h3>\n\n\n\n<p style=\"font-size:16px\">(Anmerkung \u00abPfyffersyte\u00bb:) Die Nummer wechselt jeweils an der Fasnacht. Die Periode Fasnacht 2021 bis 2022 hat die Nummer 56\u2026<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Basler Piccolo Von Erwin Oesch junior Wenn mich in meiner Eigenschaft als Piccolobauer von Basel von Zeit zu Zeit junge Burschen und M\u00e4dchen fragen, wann denn eigentlich das Basler Piccolo \u201eerfunden\u201c worden sei \u2013 sie m\u00fcssten in der Schule einen Vortrag halten -, so gerate ich regelm\u00e4ssig in Verlegenheit. &hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":660,"menu_order":3,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"ngg_post_thumbnail":0,"footnotes":""},"class_list":["post-75","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/75","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=75"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/75\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":389,"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/75\/revisions\/389"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/pages\/660"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.pfyffersyte.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=75"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}